12.02.2026
TUI Care Foundation startet dreijähriges TUI Forest Projekt in Kolumbien und kombiniert Wiederaufforstung mit Agroforstwirtschaft
Wien/Berlin, 12. Februar 2026. Die Anden zählen zu den artenreichsten Regionen der Welt, sind jedoch durch Abholzung und Waldfragmentierung stark degradiert. Die TUI Care Foundation hat zum Schutz der Wälder in den Anden das Projekt „TUI Forest Colombia” ins Leben gerufen. Das dreijährige Projekt verbindet einheimische Wiederaufforstung mit Agroforstwirtschaft, um lokale Ökosysteme zu schützen und Bauerngemeinschaften zu unterstützen. In Zusammenarbeit mit Global Forest Generation, Asociación Ecosistemas Andinas (ECOAN) und Ecotropics werden auf 112 Hektar degradiertem Hochgebirgswald 123.000 Bäume gepflanzt.
Herausforderungen im Südosten Kolumbiens
Im Südosten des kolumbianischen Departments Antioquia liegt die Gemeinde Urrao auf rund 1.800 Metern Höhe. Dort sind noch Fragmente des Hochandenwaldes erhalten, in denen unter anderem die seltene Baumart Polylepis wächst. Das Gebiet ist zudem Lebensraum seltener Tierarten wie des Brillenbären, der einzigen in Südamerika heimischen Bärenart. Die ländlichen Berggemeinden, die überwiegend der Paisa-Kultur angehören und vom Kaffee- und Kakaoanbau sowie zunehmend auch vom Tourismus leben, sind mit Bodendegradation konfrontiert. Diese hat die Region anfälliger für Brände gemacht und die Sicherheit der Wasserversorgung verringert.
Projekt vereint Wiederaufforstung mit Agroforstwirtschaft
Ein zentraler Bestandteil des Projekts "TUI Forest Colombia" ist der Bau einer Baumschule mit einer Kapazität von 30.000 Bäumen. Sie dient sowohl als Produktionsstätte als auch als Bildungszentrum für lokale Gemeinden sowie Besucherinnen und Besucher. Gepflanzt werden drei Baumarten, darunter die seltene Polylepis frontinensis. Alle Arten sind in der Region heimisch und zeichnen sich durch eine hohe Kohlenstoffbindung aus – das macht sie besonders relevant für die Wiederherstellung des Ökosystems.
Die Agroforstwirtschaft kombiniert typische landwirtschaftliche Kulturen wie Kaffee, Kakao und Vanille mit einheimischen Sträuchern und Bäumen, die Schatten spenden, die Bodenqualität verbessern, Lebensraum für die Artenvielfalt schaffen und Wasser speichern. So bleibt das Land für die Bauern fruchtbar und produktiv. Gleichzeitig trägt der Ansatz zum Erhalt bestehender Wälder bei und schafft nachhaltige Einkommensmöglichkeiten für Familien. Die wiederhergestellten Flächen werden je nach Bedarf gepflegt, eingezäunt und bewässert.
Darüber hinaus hat das Projekt positive Auswirkungen auf endemische Tiere, da es einen Biodiversitätskorridor von etwa 60.000 Hektar schützt und wiederherstellt. Der TUI Forest Colombia beherbergt vier gefährdete Tierarten, die in diesem Gebiet überwacht werden, darunter der Brillenbär, der Puma, der Jaguar und der Ozelot.
Dreijähriges Projekt unterstützt Familien und schafft Arbeitsplätze
Von dem Projekt profitieren insgesamt 150 Familien in Urrao. Zwanzig Familien erhalten unmittelbar Beschäftigung beim Bau und Management der Baumschule. Über einen Zeitraum von drei Jahren entstehen dabei 100 Teilzeit- und 17 Vollzeitstellen. Ergänzend finden ganzjährig Schulungsworkshops zu Pflanzenvermehrung, nachhaltiger Landwirtschaft und Waldbewirtschaftung statt. An ihnen werden voraussichtlich 400 Gemeindemitglieder teilnehmen, um sich aktiv an den Wiederherstellungs- und Schutzmaßnahmen zu beteiligen.
Ein innovativer Aspekt des Projekts ist die Entwicklung naturbezogener Tourismusangebote, die Besucherinnen und Besucher mit den Wiederaufforstungsmaßnahmen vor Ort verbinden. Die Baumschule wird über ein Informationszentrum verfügen, das über das Projekt aufklärt. Zusätzlich entstehen Naturlehrpfade und Angebote zur Vogelbeobachtung, die Einblicke in die Naturschutzarbeit ermöglichen. Umweltbildung bildet einen zentralen Schwerpunkt des Projekts, unter anderem durch Workshops für lokale Gemeinden und Schulen.
Das Projekt ist Teil von Acción Andina, der größten Initiative zur Wiederherstellung von Ökosystemen in Südamerika. Der TUI Forest Colombia ergänzt damit den TUI Forest Peru, ein weiteres von der TUI Care Foundation unterstütztes Projekt innerhalb des Acción-Andina-Netzwerks. Gemeinsam verfolgen sie einen regionalen Ansatz zur Wiederherstellung der Andenwälder, der den Gemeinden zugutekommt und zugleich einen Beitrag zur Bewältigung der Herausforderungen des Klimawandels und des Verlusts der biologischen Vielfalt leistet.
„Forest February“ ist eine Initiative der TUI Care Foundation, die einen Monat lang Projekte und Bildungsmaßnahmen rund um das Thema Wiederaufforstung bündelt. Mit Projektstarts und Informationsangeboten rückt sie die Bedeutung gemeinschaftlich verwalteter Wiederaufforstungslösungen sowie nachhaltiger agroforstwirtschaftlicher Tourismusansätze in den Fokus – zum Schutz von Waldökosystemen und zum Nutzen lokaler Gemeinden und künftiger Generationen.
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Über die TUI Care Foundation
Die TUI Care Foundation initiiert und unterstützt Projekte, die jungen Menschen auf der ganzen Welt neue Zukunftsperspektiven eröffnen, Natur und Umwelt schützen und die nachhaltige Entwicklung von Urlaubsdestinationen fördern. Dabei setzt die Stiftung auf das Potenzial des Tourismussektors als Motor für gesellschaftliche Entwicklung, Bildung und Wohlstand. Sie baut auf starke Partnerschaften mit regionalen und internationalen Organisationen, um nachhaltigen Wandel zu bewirken. Die TUI Care Foundation ist eine unabhängige Stiftung, die von TUI initiiert wurde. Sie hat ihren Sitz in den Niederlanden. www.tuicarefoundation.com
Über Global Forest Generation
Global Forest Generation vereint lokale Naturschutzakteure und ihre Gemeinden über nationale Grenzen hinweg mit dem Ziel, weltweit verlorene Wälder wiederherzustellen – für Wasserressourcen, Wildtiere, kulturelles Erbe und den Schutz des Planeten. Als führender strategischer Partner von Acción Andina stellt Global Forest Generation Koordinierungs-, Kapazitätsaufbau- und Finanzierungsleistungen bereit, um lokale Organisationen bei der großflächigen Wiederherstellung degradierter Waldökosysteme zu unterstützen. Die Organisation stärkt die Vision und das Fachwissen der Partner vor Ort und fördert die Zusammenarbeit zwischen Akteuren, um wirksame und langfristige Lösungen für den Waldschutz umzusetzen.
Über ECOAN
Asociación Ecosistemas Andinas (ECOAN), Mitinitiator von Acción Andina, ist eine gemeinnützige Nichtregierungsorganisation, die sich für den Erhalt gefährdeter Arten in den Queuña-Wäldern der Region Cusco einsetzt und dabei eng mit lokalen Gemeinden zusammenarbeitet. Als federführende Organisation innerhalb von Acción Andina verantwortet ECOAN das Projektmanagement sowie die Datenerhebung und -überwachung. Darüber hinaus koordiniert die NGO die Kommunikation mit lokalen Partnern, unterstützt bei operativen Herausforderungen und fördert den kontinuierlichen Informationsaustausch innerhalb des Netzwerks.
Über Ecotropics
Die Fundación Ecotropics Colombia ist eine gemeinnützige Organisation, die von Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern sowie Akademikerinnen und Akademikern mit jahrzehntelanger Erfahrung in Landwirtschaft und internationaler Entwicklung getragen wird. Ecotropics entwickelt Bildungsprogramme für Bäuerinnen und Bauern im Bereich der nachhaltigen Landwirtschaft, setzt Projekte zur Wiederherstellung von Waldökosystemen um und realisiert erneuerbare Energiesysteme zur Verbesserung der Betriebsführung. Ziel der Organisation ist es, landwirtschaftliche Gemeinschaften mit praxisnahen Techniken zu versorgen, die langfristig Einkommensperspektiven schaffen und zugleich die reiche Artenvielfalt Kolumbiens schützen.